Die stationäre Versorgung sowohl im Bereich der Akut-Krankenhäuser als auch der Rehabilitationskliniken muss sich strukturell wie auch inhaltlich weiterentwickeln. Die lange bekannte strukturelle Überversorgung, mit durchschnittlich 77,8 % belegten Betten in Akuthäusern und 83% Rehabilitationskliniken, ist dauerhaft weder finanzierbar noch qualitativ zu rechtfertigen. Der Vergleich mit OCED Daten zeigt, dass auch mit weniger Krankenhausbetten in Bezug zur Bevölkerungsgröße eine qualitativ hochwertige Versorgung möglich ist. Der Blick nach Außen zeigt aber auch, dass erfolgreiche Gesundheitssysteme auf eine deutlich engere Verzahnung der Leistungsbereiche setzen und Leistungen dort erbringen, wo sie sowohl unter Qualitäts- als auch unter Kostengesichtspunkten am sinnvollsten erbracht werden können.
Die Diskussion zur Zukunft der Gesundheitsversorgung wird in Deutschland aber primär durch Gutachten von Think Tanks wie der Bertelsmann Stiftung beherrscht, welch zuletzt eine Reduzierungder Krankenhäuser in Deutschland auf unter 600 Kliniken postuliert[4] oder Publikationen aus interessensgesteuerten Forschungsinstitutionen, wie dem Krankenhaus Report des Wissenschaftlichen Institut der AOK.
In diesem Buch sollen erstmalig die Top-Manager der stationären Versorgung zu Wort kommen, um ihre Ansätze und Visionen für die Ausgestaltung des Gesundheitssystems in 2030 darzustellen.
Welche Rolle können und wollen große Klinikbetreiber in der Akut-Medizin und der Rehabilitation in dieser Weiterentwicklung einnehmen. Wie können sich die Träger und Konzerne an die Spitze der Entwicklung stellen, um Sektorengrenzen zu überwinden? Wie werden Krankenhäuser die Ambulantisierung von vormals stationären Leistungen gestalten?