Zum Werk
Was passiert, wenn Künstliche Intelligenz nicht nur Routinearbeiten erledigt, sondern auch rechtlich belastbare Gutachten und Schriftsatzentwürfe erstellt - also den Kern anwaltlicher Arbeit erreicht?
Während sich die Rechtsbranche noch in vermeintlicher Sicherheit wiegt, rückt eine Frage unaufhaltsam näher: Was bleibt vom traditionellen Selbstverständnis des Anwalts, wenn Künstliche Intelligenz nicht mehr nur Randaufgaben übernimmt, sondern in die juristische Kernzone - die Subsumtion - vordringt? Dieses Buch legt den Finger in die Wunde einer Zunft, die gern über Dokumentenprüfung diskutiert, aber die tektonischen Verschiebungen im Inneren ignoriert.
Das Werk zeigt, wie hybride, agentische KI-Systeme bereits heute Prüfungsleistungen erbringen, die lange als unantastbar galten. Damit geraten Rollenbilder, Ausbildungen und Kernwerte der Anwaltschaft ins Rutschen: Unabhängigkeit, Verschwiegenheit, berufliches Wissensmonopol - nichts davon ist immun gegen algorithmischen Druck.
Das Buch verbindet juristische Analyse, philosophische Reflexion und praxisnahe Einblicke aus LegalTech und TaxTech. Es schildert, warum das Organ-Narrativ der Anwaltschaft zum Januskopf wird, wenn maschinelle Systeme denselben Output liefern können wie menschliche Experten. Die Metapher "Don KI-jote" zieht sich als roter Faden durch: Anwälte kämpfen gegen KI-Windmühlen, während die eigentlichen Verwandlungen längst begonnen haben.
Vorteile auf einen Blick- Klarer Blick auf die juristische "Kernfrage": Was passiert, wenn KI das juristische Schlussverfahren selbst beherrscht?
- Verbindung von Theorie und Praxis: Von BRAO und Berufsrecht bis zu aktuellen Entwicklungen in agentischer KI.
- Essay, Streitschrift und Analyse zu den existenziellen Herausforderungen für die Rechtskultur, die Berufsethik und das Selbstbild ganzer Professionen
Zielgruppe
Für Anwältinnen und Anwälte, Steuerberaterinnen und Steuerberater, LegalTech-Praktiker, Regulierer, Richter, Wissenschaftler sowie alle, die verstehen wollen, welche tektonischen Verschiebungen KI im Recht auslöst - und wie die Professionen darauf reagieren kann.
DON KI-JOTE steht für Umbruch. Künstliche Intelligenz dringt in Bereiche vor, die als exklusives Terrain von Rechtsanwälten und Steuerberatern galten: Recherche, Subsumtion, Strukturierung, Bewertung. Was bleibt von Berufen, deren Selbstverständnis auf Wissensknappheit, Deutungshoheit und ritualisierter Unabhängigkeit beruhte?
Dieses Buch ist weder Technik-Euphorie noch Kulturpessimismus. Es ist eine streitbare, essayistische und zugleich berufsrechtlich fundierte Auseinandersetzung mit der Frage, wie sich Verantwortung, Vertrauen und Professionalität im Zeitalter generativer KI neu bestimmen lassen. KI erscheint dabei nicht als Orakel, sondern als Spiegel: Sie entlarvt Routinen und Mythen ? und eröffnet neue Spielräume.
Die Autoren beanspruchen keine abschließende Wahrheit. Sie haben Expertinnen und Experten aus Recht, Steuerberatung und KI-Entwicklung eingeladen, ihre Kommentare direkt im Buch zu hinterlassen. Jeder Beitrag wird unzensiert abgedruckt. Kritik ist ausdrücklich erwünscht. So entsteht ein vielstimmiges Kaleidoskop von Perspektiven, das den Leserinnen und Lesern ermöglicht, sich ein eigenes Urteil zu bilden.
Ein Buch für alle, die nicht länger gegen Windmühlen kämpfen wollen ? sondern verstehen möchten, was sich dreht und welche Verantwortung daraus erwächst.