Theodore Dreisers letzter Roman 'Der Stoiker' schließt seine epische Trilogie um den Aufstieg und Fall des unermüdlichen Unternehmers Frank Cowperwood ab. Das Buch setzt Cowperwoods Geschichte in den 1920er Jahren fort und begleitet seinen Umzug nach London in einem verzweifelten Versuch, sein Finanzimperium und seinen Status als unbesiegbarer Kapitalist neu zu errichten. Der Meister des Naturalismus entfaltet auf ergreifende Weise einen detaillierten und zugleich ungeschönten Blick auf die gesellschaftlichen und ökonomischen Realitäten jener Zeit. Mit einem scharfen Auge für Details und einer nüchternen, dabei poetischen Sprache, führt Dreiser vor, wie Cowperwoods charakterlicher Kern, seine Unerschütterlichkeit und der innere Antrieb am Ende eine stille Tragödie hervorbringen. Als führende Stimme des amerikanischen Naturalismus zählt Theodore Dreiser, geboren 1871 in Terre Haute, Indiana, zu den wegweisenden Autoren, die den fundamentalen sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen seiner Epoche eine Stimme verliehen. Dreisers Werke sind stark von seiner eigenen Lebensrealität geprägt - als Journalist und Kritiker eines Systems, das er gleichzeitig bewunderte und hinterfragte. 'Der Stoiker', das in den Jahren vor seinem Tod fertiggestellt wurde, ist geprägt von seiner anhaltenden Faszination für die unbezwingbare menschliche Natur und die Komplexität kapitalistischer Ambitionen. Für Leser, die ein tiefgründiges Verständnis der moralischen und existentiellen Dilemmas, die der Kapitalismus mit sich bringt, entwickeln wollen, bietet 'Der Stoiker' von Theodore Dreiser einen unschätzbaren Einblick. Die Geschichte Cowperwoods - das baldige Finale einer großen amerikanischen Saga - ermutigt zum Nachdenken über die Essenz des Erfolgs und die oft verkannte Schönheit in der stillen Akzeptanz des Unvermeidlichen. Ein Muss für jeden, der die Mechanismen des Inneren und die Struktur der sozialen Ettiketten unserer Welt untersuchen möchte.