Ein Schweizer Musiker reist im Februar 2006 mit seinem Gitarrenkoffer von Bern nach New York. Er will herausfinden, ob seine Lieder tragen, ob das englischsprachige Publikum ihn besser versteht. Ob es dort Menschen gibt, denen er seine Musik, seine Leidenschaft nicht erklären muss. Menschen, die ihn wirklich sehen.Er taucht mitten hinein in die New Yorker Musikszene: Open Mics im Sidewalk Café, lange Nächte rauchend auf Flachdächern in Brooklyn, endlose Autofahrten im Tourbus hinaus aus der Stadt, Richtung Westen, Richtung Horizont. Er findet Zugehörigkeit, Freundschaft, musikalische Verwandtschaft. Doch die Nähe legt auch Brüche frei, und mit der Zeit erkennt er, dass er und seine neuen Bekannten aus ganz anderen Welten kommen: Er hat einen Schweizer Pass, etwas Geld auf der Seite, ein Rückflugticket. Angelina, Joey, Lee und Tom leben von Auftritt zu Auftritt, schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durch, haben keine Krankenversicherung, kein Sicherheitsnetz, auf das sie zurückfallen könnten. Für sie steht weitaus mehr auf dem Spiel.In dieser neuen Welt beginnt seine Fassade zu bröckeln. Die Künstlerpose, die ihn jahrelang geschützt hat, fällt von ihm ab. Um wirklich gesehen zu werden, muss er riskieren, sich zu zeigen. Und dann ist da plötzlich Ramona. Mit ihr fühlt es sich an, als würde er nach langem, tiefem Schlaf endlich die Augen öffnen.Monate später sitzt er etwas ratlos mit Marie in seiner Küche in Bern und versucht, ihr schlüssig zu erzählen, was ihm passiert ist.
St. Brooklyn
ist ein Roman über die Entbehrungen und Freuden eines Lebens für die Musik, über Zugehörigkeit und Fremdsein, über Wahrhaftigkeit, Ernüchterung und das Trotzdem.
St. Brooklyn
ist auch ein Roman über New York, wo man sein kann, wer man will. Wo man sich sogar einfach in Luft auflösen kann.