Die Zeit ist ein zentrales Ordnungsprinzip menschlichen Daseins. Sie ist einerseits ein Naturphänomen, um dessen Beschreibung sich insbesondere die Physik bemüht, anderer-seits eine kognitive Kategorie, die zugleich historisch, kulturell, sozial und situativ geprägt ist. Die verschiedenen Formen, mit Zeit umzugehen, zeigen sich daher auch in unter-schiedlichen Fachkulturen (Physik, Philosophie, Chrono- und Neurobiologie, Geschichts- und Sprachwissenschaft, Theologie, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte), mit ihrer jeweils eigenen Sprachkultur und Definitionspraktiken. In dem Band wird der Frage nachgegangen, wie sich diese unterschiedlichen Zeitvorstellungen in Sprache, in Text- und Gesprächsroutinen und möglicherweise auch in anderen Zeichen als in sprachlichen nieder-schlagen. Er präsentiert einen Dialog, wie er bislang selten Gegenstand einer interdisziplinären Diskussion war.