Das Wort Droge meinte in der Apotheke jahrhundertelang nichts Verbotenes, sondern einen getrockneten Pflanzenteil: Baldrianwurzel, Kamillenblüten, Pfefferminzblätter. Viele dieser Drogen beruhigen, regen an oder verändern die Stimmung, und einige davon sind über Jahrhunderte auch zu dem benutzt worden, was man heute Rausch nennt. Im Internet werden sie als »Legal Highs« angeboten, als »Partykräuter«, als »natürliche Alternative«. Was dabei selten steht: wie wenig über ihre Wirkung bekannt ist, wie viel über ihre Risiken, und wie schmal die Grenze zwischen Heilpflanze und Giftpflanze oft ist.
Dieses Buch ist ein Nachschlagewerk für diese Lücke. Es beschreibt jede Pflanze so, wie ein Pflanzenführer oder ein toxikologisches Handbuch es tut: wie sie aussieht, woher sie kommt, was sie enthält, was Menschen über sie geschrieben haben, was belegt ist und was nicht, welche Nebenwirkungen auftreten, mit welchen Medikamenten sie sich nicht verträgt, und was gilt, wenn etwas schiefgeht. Wer am Ende eines Eintrags zu dem Schluss kommt, dass er diese Pflanze besser nicht anrührt, hat das Buch richtig gelesen.
Die zehn Kapitel ordnen die Pflanzen nach der Wirkung, die man ihnen nachsagt, und am Ende nach dem Risiko. Die ersten fünf behandeln Beruhigung und Schlaf, Entspannung, Stimmung, Wachmacher und die sogenannten Liebeskräuter; hier stehen viele Pflanzen, die als Tee in jedem Supermarkt liegen, und gerade bei ihnen lohnt der Blick auf die Wechselwirkungen.